Das weiche geschmeidige Wildbockleder ist zwar dünner als das edle Material vom Hirsch, trotzdem kann die Wildbock Lederhose sowohl bei der Strapazierfähigkeit als auch der Optik punkten. Außerdem kommt es beim Trachtenklassiker nicht nur auf die Tierart an, sondern auch auf die Gerbung.

Eigenschaften des Wildbock-Leders

Die Bezeichnung Wildbock wird für Leder von Ziege und Springbock verwendet. Es ist günstiger als das exklusive Hirschleder (dem Klassiker für die Lederhose), muss sich aber in puncto hochwertiger Qualität nicht hinter dem Hirschleder verstecken. Deshalb gehört Wildbockleder zu den häufigsten Materialien für Lederhosen und anderen Trachtenbestandteilen.

Wildbock Lederhosen besitzen folgende Eigenschaften:

  • dünnes Leder, teilweise weniger als 1 mm dick, daher auch relativ leicht
  • dennoch sehr robust und widerstandsfähig
  • geschmeidig und weich – optimale Trageeigenschaften
  • Innenseite ist glatt, Außenseite samtig

Alles in allem ist die Lederne aus Wildbock sehr leicht, bietet einen hohen Tragekomfort und eine lange Lebensdauer. Sie ist damit für gelegentliche Lederhosenträger ebenso gut geeignet wie für diejenigen, die Tracht auch über die üblichen Anlässe wie Oktoberfest und Co. hinaus tragen.

Was der Gerber aus dem Wildbock macht

Tierhäute sind individuelle Naturprodukte. Das Alter des Tieres, dessen Herkunft, die Witterung und viele weitere Faktoren wirken sich auf die Optik und Qualität des zukünftigen Ausgangsmaterials für die Lederhose aus. Keine Haut gleicht der anderen. Und so gleicht auch kein Wildbock-Leder dem anderen bis ins Detail.

Außerdem hat natürlich das Gerbverfahren einen großen Einfluss auf das Wildbock-Leder. Erst die Gerbung sorgt dafür, dass das Leder überhaupt zu Kleidung und anderen Produkten weiterverarbeitet werden kann. Lederhosen aus Wildbock können sowohl aus Leder mit Chromgerbung als auch aus Leder mit sämischer Gerbung bestehen. Die Verfahren unterscheiden sich wie folgt:

Chromgerbung: Die Gerbung geschieht entweder rein mit Chromsalzen oder mit Chromsalzen und kleineren Zugaben anderer, meist synthetischer Gerbstoffe. Der Prozess dauert etwa 1 bis 2 Tage. Sie erkennen die Chromgerbung daran, dass Außen- und Innenseite der Lederhose die gleiche Farbe haben.

Sämische Gerbung: Diese Gerbung ist wesentlich aufwendiger, wodurch die fertige Wildbock Lederhose teurer ist als mit Chromgerbung. Das jahrtausende alte Gerbverfahren zieht sich über mehrere Monate. Dabei werden die Häute mit Dorschlebertran eingerieben und gewalkt, um den Tran einzuarbeiten. Dieser Prozess wir über 3 bis 4 Monate mit dazwischenliegenden Trocknungsphasen ständig wiederholt.

Die meisten Wildbock Lederhosen bestehen aus chromgegerbtem Leder.

Immer noch hoch im Kurs: Wildbock Lederhose mit Antik-Look

Der Antik Look bzw. Used Look wird auch 2018 zu den beliebtesten Varianten bei der Wildbock Lederhose gehören. Damit die brandneue Hose von Beginn an mit schicker, rustikaler Patina auftrumpft, wird das Leder aufwendig behandelt. Das Ganze ist zweifarbig und Ton-in-Ton erhältlich.